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Die Geschichte des BJJ
Das Brasilianische Jiu Jitsu ist die südamerikanische
Variante des traditionellen, japanischen Jiu Jitsu und
wurde von den Brüdern Carlosund Helio Gracie
entwickelt. Carlos Gracie lernte das Jiu Jitsu von Mitsuo
Maeda, einem Schüler von Jigoro Kano und gab es an
seinen jüngeren Bruder Helio weiter. Helio war körperlich
eher schmächtig und konnte viele der traditionellen
Jiu Jitsu Techniken nicht anwenden. Aus diesem Grund
veränderte er die Mechanik und Hebelwirkung vieler
Techniken und machte sie somit effektiver und auch für
körperlich schwächere Personen anwendbar. Helio und
Carlos unterrichteten ihre Kinder im Jiu Jitsu und so
erschufen sie die nächste Generation von Kämpfern und
Lehrern, die das Brazilian Jiu Jitsu weiter verbreiteten
und die Effizienz des Stiles in vielen Vale Tudo
Herausforderungskämpfen immer wieder bewiesen.
Helios (+ 29.01.2009)
und Robin Gracie
In den siebziger Jahren kam einer der Söhne von Helio,
Rorion Gracie in die USA, um dort Fuß zu fassen und
Karriere zu machen. Er unterrichtete den Familienstil in
seiner Garage und langsam interessierten sich auch in den
USA immer mehr Menschen für diese Kampfkunst.
Anfang der Neunziger Jahre eröffnete Rorion eine große
Akademie in Los Angeles und erschuf zusammen mit dem
Werbefachmann Art Davie, die legendären "Ultimate
Fighting Championships". Bei diesen Wettkämpfen, die im
amerikanischen "Pay-per-View-TV" übertragen wurden,
kämpften Kampfkünstler der verschiedensten Stile ohne
viele Regeln gegeneinander. Ziel war es, den Gegner
K.O. zu schlagen oder ihn zur Aufgabe zu zwingen.
Royce Gracie, der Sohn von Helio Gracie war der
leichteste Teilnehmer und gewann trotzdem überlegen
diese Turniere. Er konnte alle seine Gegner zur Aufgabe
zwingen und gewann insgesamt 3x die "Ultimate Fighting
Championships" insgesamt dreimal. Bis heute ist er der
einzige Kämpfer, der in einer Veranstaltung jemals 4
Kämpfe gewinnen konnte. Sein Kampfstil ist bis heute
prägend für BJJ-Kämpfer während eines MMA-Kampfes.
Schläge und Tritte, die beim BJJ nicht den Schwerpunkt
bilden, werden in erster Linie taktisch benutzt, um den
Gegner zu veranlassen, als Schutzreaktion einen Arm oder
ein Bein als Schutzreaktion zu bewegen, welches dann
ergriffen werden kann, um eine finale Hebel- oder
Würgetechnik einzusetzen.
Im Standkampf wird vor allem die Meidung der
gegnerischen Schläge und Tritte geübt. Die Distanz zum
Gegner so schnell wie möglich zu überbrücken, um ihn in
den Bodenkampf zu verwickeln, ist ebenfalls BJJ typisch.
Die Erfahrung mit regellosen Kämpfen zeigt, dass das
eigene Verletzungsrisiko durch dieses Kampfverhalten
minimiert werden kann, da es durch die geringe Distanz
in der Bodenlage nur wenige Positionen gibt, in denen
harte Schläge ausgeführt werden können. Es ist jedoch
falsch, BJJ mit Valetudo, Free Fight oder MMA
gleichzusetzten. Das Brazilian Jiu-Jitsu konzentriert sich
wie auch das klassische Jiu Jitsu auf den sportlichen
Bodenkampf ohne Schläge und Tritte.